Global Game Jam 2018

Der Global Game Jam findet jährlich an einem Wochenende im Januar statt, und zwar zeitgleich an tausenden Orten auf der ganzen Welt. Die Veranstaltungen in den einzelnen Städten werden dabei dezentral und lokal organisiert. So auch an der Universität Bayreuth durch die Fachgruppe Medienwissenschaft und das Game Innovation Lab.

Was ist ein Game Jam?

Beim Global Game Jam entstehen innerhalb von einem Wochenende Spiele zu einem bestimmten Thema. Mitmachen kann jeder. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Alle Interessierten kommen am Freitagabend zur Begrüßung und Themenbekanntgabe zusammen. Danach bilden sich schnell Gruppen, die nun versuchen rasch Spielideen zu entwickeln. Bis zum Sonntagabend wird dann fleißig alles produziert, was für ein Spiel benötigt wird: Einige zeichnen, andere programmieren, wieder andere nehmen Musik auf oder schreiben Texte und alle schlafen wenig.

Level UB streamte live vom GGJ Bayreuth

Wenig geschlafen hat vermutlich auch die Crew des studentischen Gamingmagazins Level UB, die in diesem Jahr live vom Global Game Jam Bayreuth streamte. Alle Sendungen mit Interviews und vielen Eindrücken vom Jam-Wochenende könnt ihr auf dem YouTube-Kanal von Level UB nachschauen. Einen kurzen Einblick gibt es in diesem Video:

Bayreuth war zweitgrößte Jam Site Deutschlands

Mit 149 Teilnehmenden war die Universität Bayreuth in diesem Jahr die zweitgrößte Jam Site in Deutschland. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kann nur Dank der zahlreichen Sponsoren realisiert werden. Sie haben es ermöglicht, dass jeder Teilnehmende ein eigens designtes T-Shirt bekommen hat, dass es ausreichend Verpflegung in Form von Pizza, Würstchen mit Kartoffelsalat, Brötchen und Energy-Drinks gab und die fleißigen Jammer am Sonntagabend nicht nur Stolz ein kleines Spielprojekt präsentieren konnten, sondern auch zahlreiche Sachpreise, wie zum Beispiel Konsolenspiele, Bücher oder süße Stofftiere, mit nach Hause nehmen durften.

Die Spiele zum diesjährigen Thema „Transmission“

In Bayreuth entstanden in diesem Jahr 26 Spiele. Wer sie anspielen möchte, kann alle Spiele auf der Website des Global Game Jam herunterladen. Aber Achtung, es handelt sich um Game Jam-Versionen, d.h. sie repräsentieren den Stand der Projekte nach 48 Stunden Entwicklungszeit und können daher noch zahlreiche Bugs enthalten. Außerdem erfordern einige Spiele spezielle Hardware: Beispielsweise implementierte ein Team eine Steuerung mittels Eye-Tracking. Ein anderes Team hat ein kooperatives VR-Spiel für die Oculus Rift entwickelt, in dem Begriffe erraten werden müssen. Die außergewöhnlichste Hardware, mit der sich dieses Jahr ein Team auseinandersetzte, ist jedoch ein Oszilloskop. Für dieses entstand ein Pong-Clon.

Game Jams sind eine ideale Möglichkeit solche skurrilen Ideen zu erproben, denn es geht darum gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und nicht darum ein fertiges Spiel zu erstellen. Game Jams sind außerdem keine Wettbewerbe, obwohl es Tradition des Global Game Jams ist, dass zum Abschluss alle Gruppen ihre Projekte präsentieren und besonders gelungene Spiele würdigen. Dazu wählen alle lokalen Teilnehmenden in verschiedenen Kategorien ihre Favoriten. Auf Grund der großen Anzahl an Projekte hat in diesem Jahr der Imaginärraum Bayreuth für diesen Zweck extra eine Onlineumfrage erstellt, die problemlos am Smartphone ausgefüllt werden konnte. Die Abschlusspräsentation hat Level UB ebenfalls gestreamt, sodass ihr sie hier anschauen könnt.

Die Gruppe The Great Offering wagte sich zum Beispiel an eine Mischung aus 2D und 3D-Grafiken und kreierte damit einen ganz eigenen Stil, der sowohl für 2D als auch 3D-Art ausgezeichnet wurde. Das Team Retro Glitch produzierte ein Mash-up aus Arcade-Klassikern und Ms. Ion überzeugte mit reduzierter Spielmechanik, durchdachtem Level Design, stimmiger 2D-Art sowie der selbstproduzierten Musik und einer herzzerreißenden Liebesgeschichte. Die wohl beste Annäherung an das diesjährige Thema “Transmission” durch Spielmechaniken gelang dem Team Transmission Camelcase, in deren Spiel es um das Empfangen und Entschlüsseln von Signalen geht.

Die Übertragung von unterschiedlichsten Dingen, wie Liebesbriefen, Funknachrichten, Musik, Krankheiten oder Roboteravataren, griffen viele Gruppen in ihren Projekten auf. Dennoch entschieden sie sich für unterschiedlichste Genres, Artstile und Spielmechaniken, sodass jedes Projekt auf seine Weise heraussticht. Die Übersicht über alle Projekte gibt es hier.

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