von Kevin Reizle und Moritz Leeder

Der Ambient-Track Takt der Natur aus Field-Recordings soll einerseits eine Atmosphäre kreieren, die an gewohnte Orte in Natur und Stadt erinnert, aber andererseits diese auch vermischen, um dem/der ZuhörerIn eine fiktive Welt zu erzählen. Außerdem sollen Elemente aus der Musik wie Rhythmus/Takt/Tempo/Dynamik und verschiedene Motive jene Welt auf eine natürliche Weise strukturiert, wenn nicht gar programmiert, wirken lassen. Die Geräusche der Umgebung sollen als Instrumente wahrnehmbar sein, nicht als alltägliche Hintergrundgeräusche.

Die perkussiven Elemente, also Holz, Stein, Metall und Baumrinde, schaffen den strukturierten Aufbau und den Rhythmus und die Gesprächsfetzen, Schritte, Kirchenglocken und das Polizeiauto sind Teile der Stadt, also der menschlichen Welt. Diese beiden Welten werden durch experimen-
telle Ansätze miteinander vermischt. Der Track orientiert sich formal an den Höhepunkten an modernen Rap/Trap-Songs. Elemente wie Kicks, 808-Bässe, Riser, Snares und Hihats sind im Projekt zu finden. Die jeweiligen Rollen eines Rap/Trap Songs haben wir ausschließlich mit selbst aufgenommenen Sounds besetzt. Für die Kick haben wir mit einem Stein auf ein Holzschild geklopft. Der 808-Bass ist ein Faustschlag an einem Metallrohr. Die Snare ist ein Stock auf Baumrinde. Die Hihat ein Stein auf einem größeren Stein. Klanglich ergibt sich daraus ein experimenteller Ambient-Track.
Wir haben dem Zufall und unserer Kreativität viel Spielraum gelassen. Das Wasser haben wir zum Beispiel zweimal aufgenommen, einmal zum Wasser zeigend und einmal in die entgegengesetzte Richtung. Beide Aufnahmen wurden mit etwas Überarbeitung ins Stück übernommen und wirken wie zwei verschiedene Räume. Der eine Raum klingt, als wäre die Aufnahme Unterwasser entstanden, der andere klingt dagegen mehr nach normalem Wasserplätschern. Mit demselben kreativen Gedanken sind wir auch mit der Biene in unserem Projekt umgegangen. Zu Beginn haben wir sie mehr als Störgeräusch wahrgenommen, später haben wir sie auf verschiedene Weise als eigenes Motiv eingebaut. Die Tonart des Stückes ist c-Moll. Jeder melodische Sound sowie das klangerzeugende Plug-in Chroma ist darauf gestimmt, damit die Aufnahmen trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft zueinander passen.
Mit dem Projekt wollen wir verdeutlichen, dass man aus einer natürlichen Umgebung alles für ein musikalisches Stück ziehen kann.
































