Das Dokumentarische im Digitalen

DiD

Digital Documentary Practices

 

‚Das Dokumentarische im Digitalen‘ – Aktuelle Paradigmenwechsel und Potential emergierender Praktiken zur Teilhabe an öffentlichen Diskursen

Digital Documentary Practices – Topical paradigm shifts and the potential of emerging practices to participate in public discourses

Untersuchungsgegenstand des Projektes ‚Das Dokumentarische im Digitalen‘ ist das sich momentan ausdehnende Spektrum interaktiver Praktiken des Dokumentarischen im Digitalen. Ziel ist es, mit einem transdisziplinären Forschungsinstrumentarium zu untersuchen, welchen Beitrag digitale Formen des Dokumentarischen praktisch leisten können, um wissenschaftlich fundiert und zugleich verständlich und interaktiv komplexe Sachverhalte dazustellen und zur Partizipation an aktuellen Diskursen anzuregen.

Entlang der Achse der Universitäten Bayreuth-Hamburg sowie in Kooperation mit weiteren Institutionen werden deren spezifische Expertisen in der Filmwissenschaft bzw. digitalen Medienwissenschaft zusammengeführt. Ausgehend von Netzwerktreffen und gemeinsamen Forschungsprojekten werden Methoden entwickelt, die es ermöglichen, derzeitige Transformationen im Dokumentarischen zu untersuchen und diese hinsichtlich ihres Potentials zur gesellschaftlichen Teilhabe zu evaluieren. Erkenntnisse werden in transdisziplinären Workshop auch für andere Disziplinen nutzbar gemacht. Um Nachwuchswissenschaftler in die scientific community einzuführen, wird eine virtuelle Ringvorlesungen organisiert; Forschungsergebnisse werden in einem Online-Kurs aufbereitet, der aktuelle Phänomene so präsentieren, dass ein attraktives Lehrangebot entsteht, aus dem einzelne Module auch in anderen Lernumgebungen eingesetzt werden können.

Transformationen des ‚Dokumentarischen im Digitalen‘ werden dabei gleichermaßen durch drei Prismen betrachtet:

  1. Das Prisma des Dokumentarischen: Untersuchung der Evolution audiovisueller dokumentarischer Praktiken in ihrem Verhältnis zu anderen medialen Praktiken
  2. Das Prisma der ’new‘ media studies: Analyse der spezifischen Optionen interaktiv-partizipativer dokumentarischer Praktiken
  3. Das Prisma der medialen Performanz: Untersuchung der prozessual-dynamischen Dimensionen des ‚Dokumentarischen im Digitalen‘ und der Optionen, die sie zur aktiven Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen bieten.

 

Der Arbeitsplan umfasst vier Schritte:

  1. Exploration:

Überblick über das Spektrum aktuell entstehender dokumentarischer Praktiken und der sie begleitenden Diskurse unter Einbezug auch randständiger Manifestationen;

Netzwerktreffen zur Konkretisierung zentraler Fragestellungen und Forschungsachsen.

  1. Frame-Setting:

Erarbeiten eines transdisziplinären theoretisch-methodologischen Analyseinstrumentariums; differenzierte Hypothesenbildung hinsichtlich eines sich abzeichnenden Paradigmenwechsels von einem primär repräsentativen zu einem prozessual-performativ-transformativen Paradigma;

Diskussion erster Ergebnisse auf (inter-)nationalen Konferenzen und weiteren Netzwerktreffen; Durchführung einer virtuellen Ringvorlesung.

  1. Implementierung des Forschungsansatzes:

Erprobung des theoretisch-methodologischen Instrumentariums; ggf. Modifikation der Ausgangshypothesen; Ausloten des Potentials des Dokumentarischen im Digitalen hinsichtlich gesellschaftlicher Teilhabe;

Umsetzung der Erkenntnisse im Rahmen fächerübergreifender Workshops und Lehr-Forschungsprojekte zur Erarbeitung innovativer Konzepte zur medialen Teilhabe;

Durchführung einer internationalen Konferenz an der Universität Bayreuth als Forum zur Diskussion der Forschungsergebnisse; weitere Publikationstätigkeit und Vernetzungsarbeit;

Implementierung des Online-Kurses basierend auf den Forschungserkenntnissen.

  1. Evaluation:

Vorschläge zur Nutzung des Potentials digitaler vernetzt-vernetzender dokumentarischer Praktiken;

Abschließende Diskussion der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ausloten, wie im Anschluss an dieses Projekt die Zusammenarbeit des Netzwerkes gesichert werden kann, um nachhaltig zur strukturellen Stärkung des Faches beizutragen;

Publikation eines Sammelbandes, der die Erkenntnisse der Netzwerktreffen, der Workshops und der Konferenz vereint; Organisation einer Ausstellung, die einem breiteren Publikum zentrale Erkenntnisse des Projektes vorstellt.

 

Geplante Ergebnisverwertung

Die Erkenntnisse des Projektes werden einer breiten scientific community zugänglich gemacht, sowohl in den üblichen Formaten (Aufsätze und die Herausgabe eines Sammelbandes), als auch durch experimentelle digitale Publikationen (z.B. Video- und Hypertext-Essays). Zudem ist eine Ausstellung/interaktive Installation geplant, um die Forschungsergebnisse auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vor allem sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in transdisziplinären Workshops auch pragmatisch umgesetzt werden, um u.a. Konzepte zu entwickeln, wie komplexe Inhalte interaktiv umgesetzt werden können, um so die Teilhabe an dringend zu führenden Diskursen zu ermöglichen.

Die multilaterale Vernetzung auf verschiedenen Ebenen – in Forschung und Lehre – gewährleisten, dass das im Rahmen des Projektes aufgebaute Netzwerk auch über den Förderzeitraum hinaus fortbesteht. Wesentliche Elemente sind die digitale Plattform für den wissenschaftlichen Austausch incl. einer Datenbank paradigmatischer Projekte sowie die virtuellen Ringvorlesungen.

Eines der Kernstücke des Projektes ist ein für blended leanrning konzipierter Onlinekurs zur Thematik. Der Mehrwert des Kurses liegt darin, dass er aus verschiedenen Modulen besteht, die auch an anderen Universitäten sowie in anderen Fächern, in denen Interesse an dokumentarischen Praktiken besteht (z.B. Politik- und Geschichtswissenschaft, Ethnologie, Wissenschaftsgeschichte etc.) eingesetzt werden können. Im Sinn einer international anschlussfähigen Lehre werden einzelne Module auch auf Englisch produziert.

Ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit sind mediendidaktische Maßnahmen wie die Organisation eines Wissenschafts-Seminars, in dem Schüler*Innen an Fragestellungen der digitalen Dokumentarfilmwissenschaft herangeführt werden. Neben inhaltlichem Wissen werden essentielle Medienkompetenzen vermittelt, die die Basis sind für ein verantwortungsvolles Agieren in, mit und durch digitale Medien.

 

Reasearch agenda in Englisch

The project focuses on the momentarily expanding spectrum of interactive digital documentary practices. It sets out to develop a transdisciplinary methodological instrument to analyze the practical potential of emerging practices to negotiate complex issues and to stimulate participation in topical discourses.

Along the research axes between the universities of Bayreuth and Hamburg with adjacent partner institutions, the initiative combines the expertise of film studies and (new) media studies. Network meetings, collaborative research activities and publications are to lead to the development of innovative methods which allow to analyze and evaluate topical transformations – especially with regard to their potential to promote participation in current discourses.

In transdisciplinary workshops, the research results shall be applied to develop concrete concepts to open up complex issues for a larger public and enable user-participants to become (inter-)active agents.

A virtual lecture allows early career researchers to find their way into the scientific community. Moreover, the results of the project are implemented in an online course designed for blended learning formats. This course consists of modules which can be taken separately to be used in other learning environments in other disciplines and at other universities.

In a transdisciplinary research design, transformations of documentary practices are analyzed through the combination of three complementary prisms:

  1. The prism of ‚the Documentary‘: Analysis of the evolution of audiovisual documentary practices in their relationship to other media practices;
  2. The prism of ’new‘ media studies: Analysis of the specific options of interactive documentary practices;
  3. The prism of medial performativity: Analysis of the procedural dynamic dimensions of the Documentary in the Digital, of their functionality in concrete projects and of the options they offer for active participation in current discourses.

 

Workingplan in English

The working plan consists of four steps:

  1. Exploration:

Survey of the spectrum of emerging documentary practices and the accompanying discourses, comprising marginal manifestations;

Network-meetings to concretize central research questions and research axes

  1. Frame-Setting:

Elaboration of a transdisciplinary instrument to analyze topical manifestations of digital documentary practices; differentiated formulation of working hypothesis with regard to the subsumed paradigm shift from a primarily representative to a procedural-performative-transformative paradigm; discussion of first results at (inter-)national conferences and further network-meetings; realization of a virtual lecture series

  1. Implementation

Testing of the theoretical-methodological tools of analysis; possibly modification of the working hypothesis; fathoming of the participatory potential of digital documentary practices;

Application of research finding in transdisciplinary workshops and teaching/learning/research projects to develop innovative concepts for participation and societal involvement; organization of an international conference at the University of Bayreuth which serves as a forum to discuss findings and which stimulates future networking activities; further publications;

Implementation of the blended-learning online course based on the research findings, parallel to a second virtual lecture series

  1. Evaluation:

Suggestions for the application of the participatory, transformative potential of digital networked-networking documentary; final discussion of the research findings and fathoming of options for future networking to guarantee a sustainable structural strengthening in the research field; publication of the research findings in an anthology, gathering the results of the network meetings, the symposium and the workshops; organization of an exhibition to communicate and discuss the findings of the project with a larger public.