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Derzeit arbeite ich an einem Dissertationsprojekt (Universität Konstanz) zum Thema

Work Hard, Play Hard.
Repräsentationen postindustrieller Arbeitswelten im deutschen Film
(Betreut von Prof. Dr. Ursula von Keitz, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf)

Abstract:
Das Projekt untersucht Möglichkeiten und Strategien, Arbeit im filmischen Medium darzustellen und ergründet Wandlungen filmisch inszenierter Arbeit, die sich aus einem Arbeitswandel ergeben.
In den Sozialwissenschaften werden zeitgenössische Entwicklungen der Arbeitswelt im Spannungs­feld heterogener und kontroverser Begriffssysteme – „Global­isierung“ und „Neoliberalismus“, „Post­indus­trialisierung“ und „Postfordismus“ – gefasst. Trotz der relativen Heterogenität solcher Theorien diagnostizieren sie ähnliche Phänomene, die sich im Kern als Instabilisierung und Flexibilisierung von Arbeit beschreiben lassen. Derartige „postindustrielle“ Theorien können als gesellschaftlich und wissenschaftlich dominantes Narrativ über Arbeit verstanden werden, welches als tiefgehender Bruch inszeniert wird – das Ausmaß des Wandels sei vergleichbar mit dem Wandel von feudaler zu industrieller Gesellschaft. Aktuelle Filme über Arbeit nehmen diesen Diskurs auf und schreiben an ihm mit, sie lassen sich als Teil der narrativen, gesellschaftlichen Konstruktion vom Sinn menschlicher Tätigkeiten, von Arbeit, auffassen.
Am Beispiel des deutschen Films werden die ästhetischen Strategien neuerer Spiel- und Dokumentarfilme im Umgang mit der, als volatil und flüchtig apostrophierten „neuen Arbeitswelt“ untersucht. Eine zunehmend komplexe Ökonomie sowie die Prekarisierung von Sichtbarkeiten – etwa immaterieller Produktionsprozesse – stellen die Filme vor ästhetische Heraus­forderungen, die Vinzenz Hediger gar als „Verschwinden der Arbeit im Film“ fasst. Dennoch finden die Filme Verfahren, sich den postindustriellen Arbeitswelten anzunähern, die sich zwischen den Polen einer symbolisch-abstrakten Reflexion über die zeitgenössische Gesellschaft und der ikonischen Sichtbarmachung von Mikro-Wirkungen des postfordistischen Wandels kategorisieren lassen. So montiert z.B. Florian Opitz‘ Speed –– Auf der Suche nach der verlorenen Zeit seinen Protagonisten mittels VFX in sich beschleunigende und vervielfältigende Arbeitsprozesse, während Carmen Losmanns Work Hard Play Hard sich im Modus dokumentarischer Beobachtung auf Individuen als Resonanzkörper gesellschaftlicher Entwicklungen fokussiert.