Sie prokrastinieren, wenn Sie eine Aufgabe, die Ihnen aus irgendeinem Grund unangenehm ist, vor sich herschieben, obwohl Sie sie eigentlich erledigen müssten. Und je länger Sie diese Aufgabe aufschieben, desto größer und unangenehmer erscheint sie. Im Kern ist es das Prinzip von Spaß-suchen und Nicht-Spaß-vermeiden.

Alle machen das, manche aber mehr und ausdauernder als andere:

In Zeiten ohne klare Termine und ohne die unmittelbare Bedrohung, einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, ist die Gefahr  umso größer. Die größte Bedrohung für ein erfolgreiches Semester ist daher nicht SARS-CoV-2, sondern Ihr Instant Gratification Monkey, wie Tim Urban den innerer Schweinehund bezeichnet.

Dabei gibt es für die meisten Menschen ein einfaches Mittel, um aus der Aufschiebe-Falle heraus zu kommen:

Formulieren Sie klare Zeiten und Ziele, die Sie erreichen können und deren Ergebnisse überprüfbar sind.

Zum Beispiel: „Heute um 15 Uhr bearbeite ich das Kapitel 4.“

Natürlich ist das kein Garant, dass Sie es auch wirklich tun, aber es ist deutlich besser als ein vages „ich sollte langsam wirklich mal damit anfangen, die Kursunterlagen anzuschauen!“, das nicht selten zu einem endlosen „kann ich aber auch morgen noch machen“ wird.

Eine To-Do-Liste kann Ihnen bei der Dokumentation dieser Ziele helfen. Schreiben Sie Ihre Tagesziele auf Papier oder in ein Dokument. Oder noch besser: Schließen Sie sich zusammen und schicken Sie Ihre Pläne einem Freund oder einer Freundin. Ein konkreter Termin mit einer klaren Aufgabe ist verbindlicher als ein guter Vorsatz vor dem Einschlafen, morgen ganz bestimmt anzufangen.

Ein anderes Dokument, das mit der To-Do-Liste kombiniert werden kann, aber nicht muss, ist das Lerntagebuch. Schreiben Sie hier hinein, was Sie am Tag erreicht haben. Noch wirksamer wird es, wenn Sie auch das Tagebuch jemandem zu lesen geben, wenn es öffentlich ist und wenn es Teil eines Leistungsnachweises wird. Denn schließlich will das Panic Monster auf keinen Fall, dass Sie vor anderen in einem ungünstigen Licht erscheinen (shame!), insbesondere nicht vor jemandem, der oder die Sie bewertet.

Diese beiden Maßnahmen – To-Do-Liste im Freundeskreis und öffentliches Lerntagebuch – helfen Ihnen dabei, dass Sie als Rational Decision Maker Ihren Instant Gratification Monkey im Zaum halten, noch bevor das Panic Monster sich meldet, was im Normalfall voraussichtlich erst kurz vor Ende einer Deadline der Fall ist.