Dieser Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit neuen Formen politischer und ästhetischer Intervention im digitalen Zeitalter. Zwei Forschungsfelder werden dabei aufgespannt:

Zum Einen werden die ‚viralen‘ Effekte digitaler Netzwerke und medienästhetischer Praktiken in den gegenwärtigen weltweiten Protestbewegungen untersucht. Neben medientheoretischen Überlegungen zum Verhältnis von Medium – Medialität – Störung geht es um eine Analyse, Sichtung und Diskussion verschiedener Strategien, wie gegen und mit Medien widerständige Praktiken artikuliert werden. Neben dem Aufbau alternativer Strukturen via Social Media und Alternativmedien werden in den verschiedenen Protestformen konkrete medienästhetische Praktiken im Spannungsfeld von Politik und Kunst beobachtbar. Von hier aus kultur- und medienwissenschaftliche Erkenntnisse über neue Formen von ‚agency‘ und deren mediale Vermittlung in globalisierten Welten zu gewinnen, und diese mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen in Beziehung zu setzen.

In einem zweiten Forschungsfeld sollen politische und künstlerische mediale Reflexionen europäischer Identität im digitalen Zeitalter untersucht werden. Von Interesse sind hierbei insbesondere Theater-, Performance-, Film- und Videoarbeiten, in denen Fragen europäischer Identitäts- und Grenzziehungspolitik untersucht und ins Verhältnis zu postkolonialen Diskursen und dem Nachleben deutscher Kolonialgeschichte gesetzt werden.