Wenn die Welt komplexer und komplexer wird…

Erstes Internationales Symposium Thinking.Through.Complexity an der UBT

Veränderungsdynamiken, Unsicherheit, Informationsvielfalt, Diversity, Multioptionalität. Unsere Welt – sowohl unser subjektives Erleben von ‚Wirklichkeit‘ aber auch unsere (vermeintlich) objektive wissenschaftlich-forschende Annäherung an Systeme und Sachverhalte ist seit jeher geprägt von Komplexität – ein Phänomen, dass sich in den letzten Jahrzehnten jedoch zu verstärken scheint. Sowohl im Alltagserleben als auch in der Wissenschaft stellt sich dabei die Frage, wie wir damit umgehen. Auf der einen Seite streben wir nach möglichst eindeutigen Antworten, auf der anderen Seite sind wir uns bewusst, dass es diese meist nicht gibt; auf der einen Seite scheint sich Komplexität ständig zu erhöhen – und es gilt, dem gerecht zu werden –, auf der anderen Seite gilt es, um diese zu reduzieren, um Inhalte fokussiert vermitteln und diskutieren zu können. Komplex bleiben ohne kompliziert zu sein.

Wie sich dies in aktuellen medialen Praktiken des Dokumentarischen jenseits des ‚klassischen‘ Dokumentarfilms manifestiert und welche Optionen hier gerade im Entstehen begriffene, z.T. sehr experimentelle Formate, ermöglichen – dieser Frage widmete sich das Symposiums ‚Thinking.Through.Complexity‘, die Anfang Mai an der UBT stattfand.

Finanziert mit Hilfe der WinUBT Conference Grants und realisiert dank der Initiative ‚Exzellente Wissenschaftlerinnen für Bayreuth‘ der Stabsabteilung Chancengleichheit diskutierten Medienwissenschaftler von verschiedenen deutschen und englischen Universitäten einer Vielzahl von – ebenfalls nicht einfachen – Fragen: Was passiert, wenn wir uns von Paradigmen wie Sicherheit, Stabilität verabschieden? Sind Narrative vielleicht nicht immer das geeignetste Mittel, um vielschichtige Systeme zu beschreiben, medial zu fassen und zu vermitteln – vor allem aber auch zu verstehen? Welche Rolle spielt hierbei Improvisation? Wann erfordert das Erfassen von komplexen Systemen Perspektivwechsel? Eröffnen sich durch partizipative digitale Medien unter Umständen neue Möglichkeiten zur Repräsentation aber auch Performanz und des ‚Erfahrbar-Machens‘ von Vielstimmigkeit und unterschiedlichen Sichtweisen? Und welchen Beitrag kann gerade im Bereich des Dokumentarischen künstlerische Forschung leisten?

Wie zu vermuten war fanden sich natürlich keine eindeutigen oder allgemeingültigen Antworten – und nicht gerade zuletzt um den – komplexen – Diskurs weiterzuführen ist bereits für Anfang 2019 eine Folgeveranstaltung geplant.