Der Dokumentarfilm ist eine der faszinierendsten Gattungen der Filmgeschichte, wurde jedoch von Filmtheoretikern, Wissenschaftlern und Publikum lange Zeit ignoriert. Im filmischen Experiment sah man zunächst eine größere Herausforderung als in der Abbildung der bereits bekannten Realität. Doch das Interesse am Dokumentarfilm und dessen Bild hat sich im Laufe der Zeit stark verändert.

Aus diesem Grund veranstaltete das Fach Medienwissenschaft im Sommersemester 2010 zum ersten Mal die „Tage des Dokumentarfilms„. An zwei Nachmittagen wurde dabei nicht nur dessen geschichtliche Entwicklung untersucht, auch Merkmale und Kennzeichen des Dokumentarischen wurden herausgearbeitet, ebenso ein Blick auf moderne Formen des Dokumentarischen in Kino und Fernsehen geworfen. Zahlreiche Referenten aus der Praxis rundeten das Programm ab, indem sie Einblicke in ihre Arbeit gewähren und von ihren Erfahrungen berichten.

Der erste Tag des Dokumentarfilms wurde am Mittwoch, den 7. Juli 2010 im Hörsaal H2 (Gebäude: GSP) mit einer Einführung durch Prof. Dr. Jürgen E. Müller eröffnet. Müllers Vortragsthema lautete „Faszinationstyp Dokumentarfilm – einige Bemerkungen zur Theorie und Geschichte des Dokumentarischen“.

Im Anschluß daran berichtete der bekannte Filmemacher Dr. Manfred Hattendorf über seine Arbeit. Sein Vortrag trug den Titel „Bilder von uns – Wieviel Wirklichkeit steckt im deutschen Fernsehfilm?“. In diesem Rahmen präsentierte er zahlreiche Ausschnitte aus seinen eigenen Werken.

Hattendorf ist seit 1994 beim SWR in Baden-Baden tätig und leitet dort die Abteilung Film und Planung, wo er u.a. für die Entwicklung und Realisierung zahlreicher Fernsehfilme und „Tatort“-Folgen verantwortlich ist. Er studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte über das Thema „Dokumentarfilm und Authentizität“.

Den kompletten Programmablauf für beide Veranstaltungstage können Sie sich hier herunterladen: Programm