Was ist Filmkritik? Was ist überhaupt Kritik? Muss Kritik gewisse Forderungen erfüllen? Muss Kritik eine besondere Form haben? Wer darf überhaupt kritisieren? Kann Kritik sowohl negativ als auch positiv sein? Muss ich „Ahnung“ von einer Sache haben, um sie kritisieren zu können? Muss ich es besser können?

Isil Sanli


Die Frage „Was ist Filmkritik?“ setzt zunächst natürlich die Frage voraus „Was ist Kritik?“. Foucault beschreibt sie als „eine Funktion […], die dem untergeordnet ist, was die Philosophie, die Wissenschaft, die Politik, die Moral, das Recht, die Literatur usw. positiv darstellen.“ Es handelt sich bei einer Kritik um eine Beurteilung oder eine prüfende Einschätzung, die zu allererst in der Politik von großer Bedeutung ist.

Natalie Braun


Kritik ist also der freie Wille, seine eigene Meinung zu äußern, um bestehende Verhältnisse zu bewerten, sowohl positiv als auch negativ.

o. A.


Kritik ist das evolutionäre Instrument gegen fremde Strukturen. Ein aktiv werdender Teil der Beschallten. Die Mistgabel und Fackel gegen den Tyrann, die Guillotine, die jeden enthaupten kann – auch einen selbst.

Mirko Hanel


Kritik ist […] nicht allein lautes Aufbegehren, sondern eine innere Haltung. So sollte eine Filmkritik nicht daran ansetzen, was „gut“ oder „schlecht“ ist, sondern vorab fragen, inwiefern unsere Vorstellungen von Ästhetik bereits institutionalisiert und Teil eines politischen Systems geworden sind.

Sabrina Heldmann


Gerade der Film ist wichtiger Bestandteil unserer Popkultur und kann Menschen bewegen, informieren, verstimmen oder einfach nur entertainen. Filmkritik kann helfen, Filme einzuordnen, zu medien, sich zu interessieren und sich seine eigene Meinung bilden zu wollen. Dabei ist sehr wichtig, Filmkritik als ein Privileg anzusehen, da das Üben von Kritik nicht selbstverständlich ist.

Katharina Barth


Filmkritiken können so vielgestaltig sein, wie die Filme, die sie thematisieren. Es ist daher sehr schwierig, die Frage „Was ist Filmkritik?“ eindeutig und universal gültig zu beantworten. […] Filmkritik darf und muss sogar wertend sein, da sie schlussendlich eine singuläre, persönliche Meinung widerspiegelt. Gleichzeitig wird auf Seiten der Filmkritiker ein umfassendes Wissen über das weite Feld des Films vorausgesetzt.

Marlene Kriegsmann


Filmkritik bedeutet nicht nur, den Film an sich zu sehen und beispielsweise auf technische Umsetzung oder schauspielerische Leistung zu betrachten und zu bewerten, sondern den Film als Entstehungsobjekt aus einem Kontext heraus zu sehen. Diesen Kontext, also beispielsweise politische oder gesellschaftliche Entwicklungen, gilt es näher zu erforschen und die Zusammenhänge der Entstehung des Films sollen verstanden werden.

Larissa Sedlmeier


In der Filmkritik konkret setzt sich der Kritiker bzw. der Schreiber mit einer Art von Text auseinander, die bereits selbst schon Kritik an einer Sache äußern kann, sei es durch die Bildmontage, den Plot oder das Thema des Films an sich. Somit ist Filmkritik nicht nur auf eine Ebene eingrenzbar.

Alexander Wax


Zum Einen muss man Aspekte wie die Zielgruppen und die Art und Weise des Veröffentlichungsmediums mit in Betracht ziehen, wenn man eine Filmkritik verfasst, zum Anderen muss man sich aber auch die Frage stellen, was Kritik ist und wie man es formuliert. Dort stoßen wir natürlich auf Charakteristika wie Wertung und Erkenntnis. Das bedeutet, dass Filmkritik vor allem auf die persönliche Rezeption und Anaylse des Betrachters aufbaut. Somit erklärt eine Filmkritik einen bestimmten Blickwinkel.

Jenny Loth


Filmkritik kann Potenzial entdecken, den Fokus auf Details setzen, die auf den ersten Blick nicht auffallen. Genauso kann sie reflektieren, was einem Film fehlt, ob es beispielsweise an technischer Umsetzung oder Narratologie gespart wurde. Ich finde es wichtig, sich Gedanken über das Gesehene zu machen, zu reflektieren, sozusagen zu verdauen statt einfach nur zu konsumieren.

Ildikó Mod


Filmkritik ist die subjektive Bewertung, Beurteilung und Bedeutungszuschreibung von filmischem Geschehen bzw. filmischen Erzählungen vor dem Hintergrund der eigenen Rezeptionserfahrung.

Lucia Distler


Ganz egal auf welchem Bereich der Fokus einer Kritik liegt, lässt sich festhalten, dass jede Filmkritik im Spannungsfeld von Information, Interpretation und Wertung agiert.

o. A.


Der Begriff des „Wertenden“ drückt dabei ein gewisses Maß an Subjektivität aus. Hierbei fließt die persönliche, sprich „wertende“ Meinung des Kritikers mit ein. Dementsprechend sollte eine Filmkritik immer auch eine Empfehlung mit sich tragen, ob der Film sehenswert ist.

o. A.


Eine Filmkritik kann […] die Kraft haben, einen Film hoch hinauf auf ein Podest zu heben oder am Boden zu zerschmettern, obwohl sie nur die – hoffentlich versierte – Meinung eines Einzelnen darstellt. Mit ihrer öffentlichen Verbreitung entfaltet sie Massenwirksamkeit.

Lucia Distler


Alles kreative Schaffen kann nur davon profitieren, von anderen prüfend betrachtet zu werden.

Natalie Braun


So ist sie im Kern eine Form der Zerstörung, diese Kritik. Wir wollen vernichten, wollen dabei Platz schaffen. Filmkritik soll für die schlechten Filme unfruchtbaren Boden erschaffen – gesalzene, verbrannte Erde für das, was bitter ist. Und dort, wo die Früchte süß sind, da tragen wir sie mit uns, erzählen anderen davon, dass diese sie in die Welt tragen, in ihren vollen runden Bäuchen. Für eine bessere Filmlandschaft.

Mirko Hanel


Denn wer sich mit Kritiken von Filmen auseinandersetzt, erweitert seinen Horizont, erfährt neue Informationen und sieht einen Film in einem ganz neuen Licht. Geschichte, Kultur, Natur, Ökonomie und noch viele andere Bereiche unseres Lebens können in einer Filmkritik zusammengeführt werden und uns neue Erkenntnisse liefern, die uns bis dahin verborgen geblieben sind. So hat die Filmkritik die besondere Aufgabe, die Menschen zu leiten, sie zum nachdenken zu bringen und Fragen aufzuwerfen, genauso aber auch ihre Gedanken zu befreien und sie zu eigenständig denkenden Subjekten zu machen.

Katharina Braun


Was soll ein Film meiner Meinung nach leisten; was wünsche ich mir von einem Film & vor allem was möchte ich mehr sehen, hören, fühlen?

Filmkritik ist ein Ausdruck von Faszination für das Meidum, sie versucht das Medium Film selbst mit zu formen, indem sie offen kritisiert, lobt & auch verzeiht. Die Filmkritik bildet das Sprachrohr der Cineasten, der filmverliebten Hobbyblogger, der einzelnen Kinogänger & Couchfilmschauer.

– Auf dass die Filmindustrie ein offenes Ohr für sie hat.

Victoria Mandl


Weiterhin ist es wichtig, auch an der Kritik selbst Kritik zu üben. Sie ist keine fest gesetzte Größe, die es zu akzeptieren gilt.

Alexander Wax